
Bewusstlosigkeit bei der Schwimmprüfung: Sofort richtig handeln
Bei einem Blackout während einer Schwimmprüfung zählt jede Sekunde. Die Prioritäten sind klar definiert:
- Sofort bergen: Person so schnell und sicher wie möglich an Land bringen, ohne sich selbst zu gefährden.
- Atmung prüfen: Ansprechen, Berühren, Sehen/Hören/Fühlen innerhalb von 10 Sekunden.
- Normale Atmung vorhanden: Stabile Seitenlage, Notruf 112 alarmieren, kontinuierlich beobachten.
- Keine normale Atmung: Sofort Reanimation starten. Bei Kindern beginnt die Wiederbelebung mit 5 initialen Beatmungen, danach Herzdruckmassage im Verhältnis 30:2.
- Notruf 112: Standort, Alter des Kindes, vermutete Ursache, durchgeführte Maßnahmen klar benennen.
Profi-Tipp: Legen Sie vor jeder Prüfung fest, wer im Notfall den Notruf absetzt und wer mit der Reanimation beginnt. Diese Aufgabenteilung spart entscheidende Sekunden.
Wichtige Erkenntnisse
Bei Bewusstlosigkeit im Wasser gilt: sofort bergen, Atmung prüfen, Notruf 112, Reanimation nach Kinder- oder Erwachsenenregeln, lückenlose Übergabe an den Rettungsdienst.
| Thema | Details |
|---|---|
| Sofortmaßnahme | Bergen, Atmung prüfen (max. 10 Sekunden), bei fehlender Atmung sofort Reanimation starten. |
| Kinderspezifische Reanimation | Bei Kindern: 5 initiale Beatmungen vor der Herzdruckmassage (30:2). |
| Rettungsprinzip | Reach-Throw-Don’t-Go: Uferrettung mit Hilfsmitteln hat immer Vorrang vor dem Sprung ins Wasser. |
| Nachsorge | Sekundäres Ertrinken kann Stunden später auftreten; ärztliche Abklärung auch bei scheinbarer Erholung. |
| Prävention | Rollenverteilung, Ausrüstungsprüfung und jährliche Reanimationsübungen vor jeder Prüfungssaison. |
Pimpertz unterstützt Vereine und Prüfer als offizieller DLRG-Partner mit zertifizierten Schwimmabzeichen und Urkunden für alle Prüfungsstufen, von der Seepferdchen-Urkunde bis zum Jugendschwimmabzeichen Gold.
Inhaltsverzeichnis
- Was tun bei einem Blackout in der Schwimmprüfung: der genaue Ablauf in den ersten Minuten
- Welche Rettungsmittel Sie verwenden sollten und was Sie niemals tun dürfen
- Wie unterscheidet sich das Vorgehen bei Kindern von dem bei Erwachsenen?
- Wie gestalten Prüfer Schwimmprüfungen sicher?
- Was nach einem Vorfall zu tun ist: Übergabe, Dokumentation und Elterninformation
- Wann muss das Kind sofort ins Krankenhaus?
- Welche Ausbildungen und Übungen sollten Prüfer und Vereine regelmäßig absolvieren?
- Quellen
Was tun bei einem Blackout in der Schwimmprüfung: der genaue Ablauf in den ersten Minuten
Die Handlungsreihenfolge folgt einem festen Schema, das Prüfer kennen und automatisiert abrufen können müssen.
- Sofortige Bergung (0–60 Sekunden): Wenden Sie das Reach-Throw-Don’t-Go-Prinzip an. Reichen Sie dem Verunfallten eine Stange, werfen Sie eine Leine oder einen Rettungsring. Nur ein ausgebildeter Retter geht ins Wasser, und nur wenn keine andere Option besteht.
- Bewusstseinsprüfung an Land: Laut ansprechen, an den Schultern berühren. Keine Reaktion bedeutet: Bewusstlosigkeit bestätigt.
- Atemkontrolle (max. 10 Sekunden): Kopf überstrecken, Kinn anheben. Sehen, ob sich der Brustkorb hebt. Hören und Fühlen an Mund und Nase. Schnappatmung gilt als nicht normale Atmung.
- Keine normale Atmung: Reanimation beginnen. Bei Kindern: 5 initiale Beatmungen, dann 30:2. Eine zweite Person ruft gleichzeitig 112 und holt AED sowie Erste-Hilfe-Kasten.
- Normale Atmung: Stabile Seitenlage, Decke auflegen, Körperwärme erhalten, Notruf informieren und Übergabe vorbereiten.
- Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes: Atmung und Bewusstsein lückenlos überwachen, Reanimation nicht unterbrechen.
Kinder ertrinken oft still. Die DLRG weist darauf hin, dass plötzliches Schweigen und fehlende Bewegung im Wasser frühe Warnsignale sind, die Prüfer aktiv beobachten müssen.
Profi-Tipp: Trainieren Sie den Ablauf Bergen-Prüfen-Reanimieren als Dreischritt, bis er ohne Nachdenken sitzt. Wer im Ernstfall überlegen muss, verliert Zeit.
Welche Rettungsmittel Sie verwenden sollten und was Sie niemals tun dürfen
Panik ist der gefährlichste Faktor bei Wasserrettungen. Ein Prüfer, der ohne Hilfsmittel ins tiefe Wasser springt, riskiert, vom panischen oder bewusstlosen Verunfallten nach unten gezogen zu werden.

Die DRK-Wasserwacht empfiehlt ausdrücklich: Retten vom Ufer hat immer Vorrang. Erst Reach, dann Throw, dann Row, zuletzt Go.
Verbote:
- Niemals allein und ungesichert ins tiefe Wasser schwimmen.
- Niemals einen panischen Verunfallten von vorne greifen.
- Niemals die Reanimation unterbrechen, um Ausrüstung zu holen, solange keine zweite Person verfügbar ist.
Empfohlene Ausrüstung am Prüfungsstandort:
- Wurfleine oder Rettungsring mit Leine
- Rettungsstange oder Langarm-Hilfsmittel
- Rettungsweste für den Retter beim Wassereinsatz
- AED, gut sichtbar und zugänglich
- Vollständig bestückter Erste-Hilfe-Kasten mit Einmalbeatmungstuch
- Aluminiumrettungsdecke
Profi-Tipp: Befestigen Sie die Wurfleine so, dass sie in unter fünf Sekunden einsatzbereit ist. Eine aufgerollte, verklemmte Leine ist im Notfall wertlos.
Wie unterscheidet sich das Vorgehen bei Kindern von dem bei Erwachsenen?
Der entscheidende Unterschied liegt am Anfang der Reanimation. Bei Kindern beginnt die Wiederbelebung mit 5 initialen Beatmungen, bevor die Herzdruckmassage einsetzt. Der Grund: Bei Ertrinkungsunfällen ist der primäre Auslöser meist Sauerstoffmangel, nicht Herzversagen. Danach folgt das Verhältnis 30:2 bis Lebenszeichen eintreten oder der Rettungsdienst übernimmt.
Weitere altersabhängige Unterschiede:
- Säuglinge: Thoraxkompression mit zwei Fingern, Atemspenden Mund-zu-Mund-und-Nase gleichzeitig.
- Kleinkinder: Ein oder beide Hände je nach Körpergröße, Drucktiefe etwa ein Drittel des Brustkorbs.
- Schulkinder: Technik wie beim Erwachsenen, Kraft anpassen.
Bei Erwachsenen ohne Ertrinkungskontext gilt nach ERC-Prinzipien: sofort 30:2, AED sobald verfügbar, keine initialen Beatmungen als Pflichtschritt.
Stabile Seitenlage bei normaler Atmung gilt für alle Altersgruppen. Bei Verdacht auf Wasseraspiration, auch wenn das Kind sich zunächst erholt, ist ärztliche Abklärung zwingend. Sekundäres Ertrinken kann Stunden später auftreten.
Profi-Tipp: Üben Sie Kinderreanimation mindestens einmal jährlich an einer Übungspuppe. Die Drucktiefe und Beatmungsstärke für Kinder weichen spürbar von der Erwachsenentechnik ab.

Wie gestalten Prüfer Schwimmprüfungen sicher?
Prävention beginnt vor dem ersten Startkommando. Die DRK-Empfehlungen für Schwimmunterricht betonen klare Rollenverteilung, geeignete Gruppengrößen und definierte Standorte für Aufsichtspersonen.
Checkliste vor der Prüfung:
- Rollen klar verteilen: Hauptprüfer, mindestens ein Helfer, ggf. Schwimmmeister des Bades.
- Sichtlinien prüfen: Alle Teilnehmer müssen jederzeit beobachtbar sein.
- Gruppengrößen einhalten: Bei Anfängern niedrigeres Betreuungsverhältnis als bei Fortgeschrittenen.
- Baderegeln kurz wiederholen, insbesondere Verbot der Hyperventilation vor dem Tauchen.
- Notrufnummer 112 und Standortangabe für alle Beteiligten sichtbar aushängen.
Ausrüstungsliste für den Prüfungsstandort:
| Ausrüstung | Anforderung |
|---|---|
| Wurfleine / Rettungsring | Einsatzbereit, nicht verknäult |
| Erste-Hilfe-Kasten | Vollständig bestückt, Einmalbeatmungstuch enthalten |
| AED | Sichtbar positioniert, Akku geprüft |
| Aluminiumrettungsdecke | Mindestens eine pro Prüfungsgruppe |
| Schreibmaterial | Für Unfallprotokoll und Zeiterfassung |
Prüfer, die Schwimmunterricht sicher gestalten wollen, finden bei Pimpertz ergänzende Hinweise zur Aufsicht und Organisation.
Was nach einem Vorfall zu tun ist: Übergabe, Dokumentation und Elterninformation
Die Übergabe an den Rettungsdienst ist keine Formalität. Präzise Angaben beschleunigen die medizinische Einschätzung erheblich.
Übergabe an den Rettungsdienst:
- Zeitpunkt des Ereignisses und geschätzte Dauer der Unterwasserexposition.
- Durchgeführte Maßnahmen: Reanimation ja/nein, Anzahl Beatmungen, Dauer Herzdruckmassage.
- Beobachtete Atmung vor und nach der Bergung.
- Alter und Gewicht des Kindes, soweit bekannt.
Dokumentation:
- Prüfungsprotokoll sofort ergänzen, Uhrzeit und Ablauf festhalten.
- Unfalldokumentation ausfüllen, alle anwesenden Prüfer und Zeugen namentlich vermerken.
- Fotoprotokoll nur mit ausdrücklichem Einverständnis der Sorgeberechtigten.
Elterninformation: Sprechen Sie klar und ruhig. Erklären Sie, was passiert ist, welche Maßnahmen ergriffen wurden und warum eine ärztliche Nachsorge auch bei scheinbarer Erholung notwendig ist. Nennen Sie konkret das Risiko verzögerter Symptome.
Profi-Tipp: Bereiten Sie eine kurze schriftliche Information für Eltern vor, die Sie im Notfall aushändigen können. Ein vorbereiteter Text verhindert Informationslücken in einer emotional aufgeladenen Situation.
Wann muss das Kind sofort ins Krankenhaus?
Sofortige Krankenhausvorstellung ist erforderlich bei:
- Anhaltender Atemnot oder zunehmendem Husten nach der Bergung.
- Erbrechen, Bewusstseinsveränderungen oder Teilnahmslosigkeit.
- Bläulicher Verfärbung der Lippen oder Fingernägel.
- Anhaltender Erschöpfung, die über normale Erschöpfung nach Anstrengung hinausgeht.
Auch bei scheinbar beschwerdefreier Phase gilt: Bei größerer Wassermengenaufnahme oder längerer Unterwasserexposition ist eine ärztliche Untersuchung angezeigt. Symptome des sekundären Ertrinkens wie Husten, Atemnot und Müdigkeit können noch Stunden nach dem Ereignis einsetzen und auf ein sich entwickelndes Lungenödem hinweisen.
Die genaue Schilderung der beobachteten Atembewegungen und der Reanimationsdauer hilft dem behandelnden Arzt bei der Einschätzung des Schweregrads erheblich.
Profi-Tipp: Geben Sie den Eltern schriftlich mit, welche Symptome in den nächsten 24 Stunden eine sofortige Rückkehr in die Notaufnahme erfordern.
Welche Ausbildungen und Übungen sollten Prüfer und Vereine regelmäßig absolvieren?
Wissen verblasst. Motorische Fertigkeiten wie Reanimation verblassen noch schneller. Mindestens einmal jährlich sollten Prüfer folgende Inhalte auffrischen:
- Erste Hilfe für Kinder mit praktischer Reanimationsübung.
- AED-Training am Gerät, das tatsächlich am Prüfungsstandort vorhanden ist.
- Rettungsschwimmer-Fortbildung für alle Personen, die im Notfall ins Wasser gehen dürfen.
Szenarioübungen im Verein sind wirksamer als reine Theoriewiederholung. Die DRK-Materialien empfehlen, Rollen vorab zu verteilen: wer reanimiert, wer den Notruf absetzt, wer AED und Material holt. Klare Aufgabenverteilung reduziert Reaktionszeiten in realen Notfällen.
Ablauf einer Notfallübung vor Prüfungen:
- Kurzes Briefing: Rollen verteilen, Standorte von AED und Erste-Hilfe-Kasten zeigen.
- Szenario durchspielen: Eine Person simuliert Bewusstlosigkeit, Team reagiert nach Protokoll.
- Nachbesprechung: Was hat funktioniert, was muss schneller gehen?
- Ergebnis dokumentieren und beim nächsten Mal als Ausgangspunkt nutzen.
Profi-Tipp: Führen Sie das Notfall-Briefing als festen Bestandteil jeder Prüfung ein, nicht nur bei Übungen. Zwei Minuten Vorbereitung können im Ernstfall den Unterschied machen.
Was Prüfer wirklich brauchen: Klarheit vor dem Start
Vorbereitung schlägt Reaktion. Wer die Rollen vor der Prüfung verteilt hat, wer weiß, wo der AED hängt, und wer die Reanimationsschritte für Kinder sicher beherrscht, handelt im Notfall ohne Zögern. Die wichtigste Einzelmaßnahme bleibt die sofortige Bergung, gefolgt von der Atemkontrolle. Alles andere baut darauf auf.
Nach einem Vorfall ist ruhige, klare Kommunikation mit Eltern und Team genauso wichtig wie die medizinischen Maßnahmen. Ein kurzes, sachliches Gespräch unmittelbar nach dem Ereignis verhindert Gerüchte und gibt allen Beteiligten Orientierung.
Quellen
- Ertrinken bei Kindern: Prävention, Symptome und Erste Hilfe.
- Baderegeln und Tipps gegen Badeunfälle | DRK
- Meinmed
- Erste Hilfe: Das ist bei Badeunfällen zu beachten | Helios Gesundheit
Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und ersetzt nicht die Beratung durch einen qualifizierten Arzt. Wenden Sie sich an eine qualifizierte medizinische Fachperson zu Ihrer persönlichen Lage, bevor Sie auf Grundlage dieses Inhalts handeln.
















